2. Juni 2021

Zeit sparen – nicht zu Lasten der Aufbereitungssicherheit

Die Aufbereitung von flexiblen Endoskopen in RDG-E wird durch die DIN EN ISO 15883-4 geregelt. So wird in den Leistungsanforderungen eine Spülung mit Wasser von mindestens Trinkwasserqualität zwischen dem Reinigungs- und Desinfektionsschritt gefordert. Damit soll verhindert werden, dass weder eine Reinigungsmittelverschleppung stattfinden kann noch Verschmutzungen in die Desinfektionsphase kommen, die beide zu Interaktionen in der weiteren Aufbereitung führen können.

Leider zeigt die Praxis, dass gerne aus Zeitgründen (Prozess verkürzt sich um ca. 3-5 Minuten) auf diesen zusätzlichen Spülschritt verzichtet wird. Die gültige Norm aus 2019 lässt das Fehlen dieses Spülschrittes allerdings nur zu, wenn nachgewiesen wird, dass

  • keine Reaktion zwischen miteinander unverträglichen Prozesschemikalien, die bei jeder dieser Stufen verwendet werden, auftritt
  • keine unerwünschten Reaktionen zwischen suspendierten oder verbleibenden Restverschmutzungen und dem Desinfektionsmittel auftreten, die sich negativ auf die Desinfektionsstufe auswirken können

Grundsätzlich ist der Betreiber – und nicht der RDG-E- oder Chemie-Hersteller für die Prozesse verantwortlich. Somit ist bei fehlender Zwischenspülung zu empfehlen, dass das zuständige Hygienepersonal die notwendigen Nachweise prüft, bewertet und dokumentiert. Weitere Informationen dazu liefert Ihnen die entsprechende Norm – zu beziehen über den BeuthVerlag und die Mitteilung von DGKH, DEGEA und DGSV zur Zwischenspülung bei RDG-EAufbereitungsprozessen in Hygiene & Medizin, Jahrgang 46, 1-2.2021.

Gerne unterstützen wir Sie bei Ihren maschinellen Prozessen!

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