12. Oktober 2021

Aus der Kongress- und Pressewelt zum Thema „Aufbereitung von flexiblen Endoskopen“

Vor einigen Tagen ging der 24. Fachkongress der DGSV zu Ende. Eine Fortbildung, die sich im Wesentlichen mit der Aufbereitung von thermostabilen Medizinprodukten auseinandergesetzt hat. Aber auch das Thema „Endoskopie" kam nicht zu kurz. Die wesentlichen Unterschiede zwischen klassischen chirurgischen Instrumenten und flexiblen Endoskopen liegen zum einen darin, dass Instrumente, die als kritisch eingestuft werden, immer sterilisiert werden müssen. Zudem erfolgt nach erfolgter Reinigung und Desinfektion auf der „reinen Seite" der Abteilung stets eine Inspektion auf Sauberkeit/Reinheit. Flexible Endoskope, primär als semikritisch eingestuft, werden nur gereinigt und desinfiziert, eine Sterilisation findet i.d.R. nicht statt. Eine anschließende Kontrolle auf Verunreinigungen kann nur bedingt stattfinden. Dies ist ausschließlich nur an den äußeren Oberflächen möglich, eine Kontrolle der Kanäle wird routinemäßig nicht durchgeführt. Hier verlässt man sich auf die jährliche Requalifizierung sowie auf Routinekontrollen, die in praxi häufig nur quartalsweise durchgeführt werden.

Eine Interventionsstudie, die in den Jahren 1999/2000 in Bayern – bekannt als HYGEA-Studie – durchgeführt worden ist, zeigte, dass 49 % bzw. 39 % der Endoskope mikrobiologisch beanstandet worden sind. Eine in 2013 publizierte HYGENDA-Studie zeigte für die Endoskope selber bessere Ergebnisse, ein Schwachpunkt wurde primär – nach erfolgter maschineller Aufbereitung - bei der Lagerung und bei den Mehrwegventilen gesehen.

Die Firma HYBETA präsentierte anlässlich des DGSV-Kongresses Ergebnisse aus ihren Validierungen aus den Jahren 2016 – 2018. Die positive Botschaft: in den letzten 15 Jahren hat sich vieles zum Vorteil verändert, die Kontaminationsrate ist von 50 % auf 13 % gefallen. Die schlechte Botschaft: es stagniert auf hohem 2-stelligen Niveau.

Einer der Gründe könnte das Thema der unzureichenden Prozessvalidierung sein. So werden – im Gegensatz zu thermostabilen Medizinprodukten – Echtinstrumente (flexible Endoskope) nicht genügend berücksichtigt. Eine Prozessprüfung erfolgt ausschließlich über Prüfkörper und es erfolgt aufgrund derzeit noch fehlender abgestimmter Methoden keine Reinigungsprüfung an Realinstrumenten.

Verlassen wir den DGSV-Kongress und greifen nochmals die Reinigung auf. Der Verbandsvorsitzende der niedergelassenen Magen-Darm-Ärzte, Dr. Albert Beyer erklärt: "Für uns als überwiegend endoskopisch tätige Fachärzte ist Keimfreiheit der medizinischen Geräte die Grundvoraussetzung für unsere Arbeit überhaupt."
Da diese Kosten zu wenig honoriert werden, haben Gastroenterologen damit begonnen, besonders defizitäre Leistungen wie die Magenspiegelung nur noch in dringend erforderlichen Fällen durchzuführen.
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